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28. Februar 06

Kommentare

Johannes Kleske

Naja, Erklärungen haben es so an sich, dass sie gegeben werden, damit man sich danach wieder mit was anderem beschäftigen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ist bei den Christen auch nicht anders als in der Politik.

JP

@Johannes:
Stimmt nicht ganz. Nach der Lausanner Erklärung hat sich schon einiges in der Missionslandschaft getan. Wer wissen will wo, sollte sich mit den vielen Holistic-Ministries in Asien, Afrika und Lateinmerika beschäftigen, die wirklich ausbeuterische Gesellschaftsstruckturen aufbrechen und positive Veränderung bewirken.
Die Frage ist nur warum wir uns hier so schwer tun, ein ganzheitliches Evangelium zu leben? Vielleicht sollten wir uns Nachhilfe von unseren Brüdern und Schwestern aus der Südlichen Hemisphäre geben lassen.
Bsp.:
http://web.tri-isys.com/bukangliwayway/Homepage.htm

Martin

"Sie müssen versuchen, Seine Gerechtigkeit nicht nur darzustellen, sondern sie inmitten einer ungerechten Welt auch auszubreiten. Das Heil, das wir für uns beanspruchen, soll uns in unserer gesamten persönlichen und sozialen Verantwortung verändern."
In meiner persönlichen Situation bemerke ich selbst immer wieder, dass der Anfang von sozialer Gerechtigkeit direkt vor meiner Haustür ist : In meinem sozialen Umfeld. Ungerechtigkeit hat aus meiner Sicht viele Namen, aber sie beginnt dort, wo ich lebe. Mit den Menschen, die ich nicht "riechen kann", über die ich schlecht rede, welche ich respektlos abwürge, wenn sie etwas von mir wollen... Ungerechtigkeit hört dort aber nicht auf, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben; bei meinen Schuhen, meinem Essen, allem, was ich bin und tue. Und nicht selten erlebe ich wiedersprüchliche Handlungen, die ich vollziehe...Gehe in den Alnatura, um FairTradeSachen zu kaufen und schnauze hinterher meine Freundin Elena an, weil ich schlechte Laune habe..drängle auf der Autobahn und fahre nah auf..rege mich über einen Freund auf, der nicht so denkt, wie ich es für richtig halte.
Ich verstehe immer mehr : Wenn nicht mein ganzer Mensch Gerechtigkeit will, wenn es mir wirklich um Gerechtigkeit und nicht nur um einen Teil davon geht, dann ist das auch für meine Aussenwelt glaubwürdig, womit wir beim Thema Evangelisation wären.

Björn Wagner

Die Lausanner Erklärung hat mich während meiner Studienzeit fasziniert, sie bewegt wirklich was in der Missionswelt. Aber Hey, Missionswelt ist hier und jetzt und von daher Danke für die Erinnerung. Und dann auch noch ein praktischer Kommentar von Martin. Macht mich froh mit Euch unterwegs zu sein, Jungs. (Bringt mich zu der Frage, wo denn die ganzen Mädels stecken, das ist aber ein anderes Thema).
Lausanne und die ganze Geschichte drum herum hat auch den Begriff "Kkontextualisierung" gepusht und das Konzept Inkarnierung mit auf den Plan gebracht. David J. Bosch hat das gut zuammen gefasst und er wird immer noch gelesen und zitiert, z.B. in Shaping of things to come. Der Mark. Manchmal glaube ich wirklich, dass wir uns zu wenig treffen, ach es könnt immer noch so viel mehr gehen, oder? Dranbleiben an diesen Themen, das ist fett!

Wawawa

Auch nicht konkret vor meiner Haustür, aber schon recht nah dran: Ev. und kath. Kirche haben ne Initiative gestartet gegen Menschenhandel im Zusammenhang mit der Fussbal-WM. Das ist doch mal was Konkretes und "dranes", oder?

Toby

Die Lausanner Erklärung, speziell der 5. Artikel, ist einer der wichtigsten theolgischen Erneuerungen der letzten Jahrzehnten, zumindest was die evangelikale Theologie angeht. Weltweit hat sich dadurch total viel verändert, nur in Deutschland nicht. Das ist traurig. Neustes Bsp. ist die Micah Challange, eine weltweite Bewegung gegen Hunger, Armut und VErschuldung der Ärmsten der Armen. Wer kennt und engagiert sich dafür?

stephanie fretz

...Hier kommt ein Weib!

"In der Welt ist das Selbst uns immer wieder fraglich, weil sich innerweltlich alles verändert und evolutioniert (Neues entsteht), solange wir leben. Es gibt aber eine Erfahrung, die mystische, in der kommt das Selbst gleichsam zu einer innerweltlich unüberbietbaren Vollendung. Das Selbst wird also in einem absoluten, befreienden Sinn neu formiert (definiert) in der mystischen Erfahrung, und diese Neu-Formation reicht hinab bis in die Affekte. Diese Befreiung zielt auch darauf ab, aus einer absoluten erlösten Mitte heraus, helfender für andere sein zu können." (www.wikipedia.de)

Soviel zu Thema: Liebe deinen Nächsten Wie DICH SELBST.
...ist gar nicht so einfach, sein Selbst zu entwickeln, zu lieben oder zu akzeptieren im alltäglichen Leben...oder anders ausgedrückt..sich selbst(seiner Selbstsucht) zu sterben, seine Persönlichkeit, also sein Selbst nahezu vollständig zu entwickeln um dann mit meinem Selbst in soziale Interaktionen treten zu können, die anderen (weiter)helfen...funktioniert in voller Perfektion natürlich nur in der Inkarnation...
Ich denke, dass die unvollständige Entwicklung des Selbst, die Probleme, der Nächstenliebe in der praktischen Umsetzung, mit sich bringt. Denn wenn ich mich,zum Beispiel, nur um mich Selbst drehe, weil ich mich noch nicht gefunden habe, kann ich meinem Nächsten nicht helfen oder nur sehr wenig. Und ich glaube wir drehen uns oft noch um uns selbst...
Bedeutet praktisch,wenn wir was ändern wollen, also sowas wie: "Werde eine Persönlichkeit und du wirst anderen helfen können, ohne verschärft Anstrengung investieren zu müssen oder einen Burn-Out oder Misserfolg zu riskieren...

Eine Persönlichkeit zu werden ist wohl die Lebensaufgabe schlecht hin...und älteren Menschen haben eindeutig einen Vorteil wenn es um praktische Nächstenliebe geht, den die haben sich, zumindest meistens, schon mehr gefunden als jüngere.
Aber eine Entschuldigung ist dieser Anzahl von Lebensjahren nicht...wir sollten eher viele Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung machen...oder einfach warten bis wir älter sind und werden??? neeeeeeee...

Joa

Ihr Lieben,
soviel zur Notwendigkeit von politischem Engagement: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5310066_NAV_REF1,00.html Argh! Das darf echt nicht wahr sein. mail kann raus an Oberbürgermeister Dr.Harald Hausmann: hausmann@halberstadt.de

Viele Grüße

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